Förderbereich Lernen

Definition

Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt Lernen wird bei Kindern festgestellt, wenn sie in ihrem Lern- und Leistungsvermögen umfassend von der Altersnorm und den Vorgaben der Lehrpläne der jeweiligen Stufe abweichen und es sich um eine intensiv ausgeprägte Lernbeeinträchtigung oder -störung handelt.

Inhaltlich ist der Förderschwerpunkt Lernen von Begrifflichkeiten wie Teilleistungsschwäche, Lernversagen oder Lernstörung abzugrenzen. Diese orientieren sich eher auf temporäre Schwierigkeiten im Lernprozess, die nach einer gewissen Zeit der individuellen Förderung überwunden oder durch die Anwendung des Nachteilsausgleichs so kompensiert werden können, dass die Schülerin oder der Schüler die regulären Lern- und Leistungsanforderungen bewältigen kann (z. B. LRS, Rechenschwäche).

Bei einem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen wird davon ausgegangen, dass Schwierigkeiten nicht nur temporär oder partiell sind, sondern eine langfristige Unterstützung in mehreren Lernbereichen angezeigt ist. Durch entsprechende Förderung können die Schülerinnen und Schüler deutliche Entwicklungsfortschritte zeigen, eine Bewältigung der curricularen Anforderungen in der entsprechenden Jahrgangsstufe ist dennoch nicht umfassend gegeben (§50 HSchG).

Der Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen zeigt sich immer deutlicher im Lauf der Entwicklung des Kindes. Er entsteht nicht durch ein plötzliches Ereignis. Gleichzeitig beschränkt er sich auch nicht auf das schulische Lernen, sondern zeigt sich auch in der Wechselwirkung Kind – soziale Umwelt.

Stufen der Prävention Förderschwerpunkt Lernen


Lernbedürfnisse

Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen unterscheiden sich von jenen ohne sonderpädagogischen Förderbedarf hauptsächlich dadurch, dass sie im Aneignungsprozess von Lerninhalten intensiver Hilfe und Unterstützung bedürfen. Dies erfolgt durch die Gestaltung entsprechend strukturierter Lernsituationen, die Ermöglichung individueller Lernwege und Lernziele, sowie die Nutzung spezieller Lehr- und Lernmittel (§23 VOSB). bereits zur Entspannung der Situation beitragen.


Diagnostik

Für die Feststellung des Förderbedarfs Lernen sind die Analyse der Kind-Umfeld-Situation sowie die Diagnostik in den Bereichen der Kognition, Kommunikation, Wahrnehmung, Motorik, Emotionalität/Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten notwendig. Eine wichtige Grundlage der Diagnose bilden die Bereiche Lesen, Schreiben und Rechnen (Kulturtechniken).


Maßnahmen und Angebote im Rahmen der inklusiven Beschulung im Förderschwerpunkt Lernen

Schulkinder

Beratung:

  • mit dem Schüler/der Schülerin
  • mit dem Schulbegleiter/Teilhabeassistenz
  • mit den Fach- und Klassenlehrkräften
  • mit den Eltern (z.B. Hausbesuch)
  • mit der Schulleitung
  • Rücksprache und Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten, wenn möglich
  • Kontaktherstellung mit entsprechendem Fachkräften (z.B. Krankenkasse, Jugendamt)
  • Vermittlung/Koordination zwischen den verschiedenen Institutionen
  • Hinweise zu Zeugnissen, Absprachen bezüglich lernzieldifferenter Benotung
  • Teilnahme an Klassen- und Notenkonferenzen bzw. Absprachen mit den Lehrkräften diesbezüglich
  • Teilnahme an Förderkonferenzen

Unterricht:

  • Hospitation mit Rückmeldung/ Reflektion/ Hinweisen für den Unterricht zu Methoden, Materialien, Medien, Maßnahmen
  • Bereitstellung von Material und Medien
Team-Teaching
  • Unterstützung für den/die entsprechenden Schüler im und außerhalb des Unterrichtes
  • Unterstützung für die Klasse / die Lehrkräfte
  • Förderangebote: Einzel / Kleingruppenförderung
  • Unterstützung in der Erstellung von differenzierten Materialien